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Pharoah Sanders – Pharaoh, später: Pharoah’s First (ESP
1003)
ESP – welch magisches Plattenlabel!
Bernard Stollman gründete diese Firma in New York, mit der Absicht, die
Sprache Esperanto (daher ESP) musikalisch zu verbreiten (erste
Veröffentlichung daher die Gruppe Esperanto mit „Ni kantu en
Esperanto").
Aber bereits die 2. Veröffentlichung widmete sich dem freien Jazz, der
Avantgarde, Albert Ayler’s „Spiritual Unity“.
Doch heute geht es um Pharoah Sanders, seine erste Platte, die dritte
auf ESP.
Ja, es gab auch ein „Leben vor Coltrane“ für Sanders!
Im September des Jahres 1964 betrat Sanders das Studio, wobei 2 lange
Stücke, „Seven by seven“ (26:17) und „Bethera“ (23:39) in dieser
Besetzung eingespielt wurden:
Pharoah Sanders: tenor saxophone; Stan Foster: trumpet; Jane Getz:
piano; William Bennett: Kontrabass; Marvin Patillo: percussion.
1965, als er bereits mit Coltrane zusammenarbeitete, erschien die
Platte.
Doch auch bereits auf diesen beiden Aufnahmen spürt man den Einfluss
Trane’s, ohne dass Sanders nicht aber seine persönliche Note einbrachte,
vielleicht etwas orientiert an der Musik Don Cherry’s, d.h. dessen
musikalischer Vorstellung von freier Musik. Leider aber nicht der Rest
der Band, denn hier sind eher bebop-orientierte Musiker am Werk.
So ist dieses grundsätzlich sicher Hard Bop, teilweise geht die Musik
bereits in eine avantgardistische Richtung, doch im Gegensatz zum Zeit-
und Labelgenossen Ayler eher „bieder“ im Vergleich.
Das erste Stück ist jenes, dass bereits verheißen lässt, was da noch
kommen sollte, während das zweite dann doch eher an die
End-Fünfziger-Jahre anlehnt.
Wunderbar ausdrucksstarkes Spiel von Sanders, von der Rhythmusgruppe
sehr gut unterstützt. Lediglich für Jane Getz hätte ich lieber eine
druckvollere Besetzung gehabt. Sie spielt durchaus elegant und versucht,
sich an McCoy Tyner zu orientieren. Sie und der Trompeter haben neben
Sanders reichlich solistischen Freiraum.
Zur Abrundung der Sanders - Diskografie aber eine sicher wichtige
Platte.
Wer sich allerdings an Sanders-Impulse-Phase orientiert, darf diese
Musik nicht daran messen.
Wolfgang
P.S. : Als Nachtrag zur ESP-Geschichte hier noch am Rande der Hinweis,
dass dann später noch solche Acts wie Timothy Leary, The Fugs und Tuli
Kupferberg zum Kreis der Künstler zählten!
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