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Mabel Louise Smith wurde am 1.5.1924 (andere Quellen sagen 1920) in
Jackson, Tennessee geboren.
1935 wurde sie von einem regional bekannten Bandleader, Dave Clark, bei
einem seiner Rundgänge durch mehrere Kirchen, in denen er nach
talentierten Sängern Ausschau hielt, entdeckt. Schon damals, als junge
Gospelsängerin, verfügte sie über eine außergewöhnlich ausgereifte,
kraftvolle Stimme. Sie sang mit seiner Band bis etwa 1938, und tourte
dann anschließend mit der nur aus Frauen bestehenden Band „International
Sweethearts of Rhythm“. Anschließend schloss sie sich dem Orchester von
Christine Chatman an, mit der sie dann ihre ersten
Schallplattenaufnahmen unter ihrem Namen Mabel Smith machte (1944 DECCA)
und mit der Band von Hot Lips Page(1947 KING). Die nächsten Jahre
verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Sängerin, unter anderem in
zwielichtigen Clubs, bis sie der Produzent Fred Mendelsohn entdeckte und
ihr unter dem Künstlernamen BIG MAYBELLE einen Schallplattenvertrag bei
OKEH (damals ein Sublabel von Columbia Records - CBS) verschaffte. Hier
nahm sie ihren ersten Hit auf, „Gabbin’ Blues“, ein Zwiegespräch mit
Rose Marie McCoy, der Autorin des Stücks; sie stellten hier ein nicht
ganz stubenreines Gespräch zweier Straßenmädchen dar! Bis 1955 blieb sie
dem Label treu und nahm insgesamt 26 Stücke auf, darunter die Urversion
von „Whole lotta shakin’ goin’ on“, mit dem Jerry Lee Lewis 2 Jahre
später einen großen Hit landete. Unter anderem folgende Musiker
begleiteten die Sessions auf OKEH: Sam „The Man“ Taylor, Saxophon,
Mickey Baker, Gitarre, Lloyd Trotman, Bass, Brownie McGhee, Gitarre,
Taft Jordan, Trompete, Eli Robinson, Posaune. Kein Geringerer als Quincy
Jones leitete die letzte Aufnahmesession für die OKEH - Aufnahmen.
Im April 1956 wechselte Big Maybelle dann zu Herman Lubinsky’s
SAVOY-Label. Hier konnte sie gleich ihren größten Hit, „Candy“, landen.
Von diesem Erfolg angetrieben, verschwanden die Blues-Anteile nach und
nach, obwohl trotz der stärkeren Kommerzialisierung die Rhythm ‘n’ Blues
- Elemente überwogen. So „rock ’n’ rollte“ es gar
kräftig - am ehestens zu vergleichen mit Joe Turner - bei Stücken wie
„Ring Dang Dilly“, “Rockhouse“, und der Blues kam tief und quälend mit
Stücken wie „Blues early, early“ und „Pitiful“(mit einem tollen Mickey
Baker an der Gitarre).Durch den wechselnden Musikgeschmack kam es 1959
zu einer Trennung von SAVOY. Zu erwähnen ist hier noch der Film „Jazz on
a summer’s day“, in dem (in Farbe!) das Newport Jazz Festival von 1958
dokumentiert wurde. Die schwergewichtige, riesige, stimmgewaltige Dame
vor dem Auftritt Chuck Berrys ist BIG MAYBELLE! Nach
dem Ausstieg bei SAVOY ging es leider bergab mit Big Maybelle, da sie
mit Drogen in Kontakt kam. Plattenverträge erfüllte sie mit BRUNSWICK,
WAND, SCEPTER (kleiner Hit „Yesterday’s kisses“), CHESS(sie nahm hier
u.a. eine Version des Beatles-Titels „Don’t pass me by“ auf) und ROJAC.
Hier, wohl am Ende angekommen, mußte sie gar Versionen damaliger
Hitparadensongs wie
„96 tears“ (das von ? & The Mysterians) aufnehmen, obwohl diese soulige
Version gar nicht so schlecht gewesen sein soll (ich kenne sie leider
nicht). Sie hatte mittlerweile ein Gewicht von 300
Pfund erreicht und verfiel zusehends dem Heroin. Fred Mendelsohn
berichtete, dass sie wie ein kleines Kind und eine alte Frau
gleichzeitig gewesen sein soll. Sie lebte zuletzt bei
ihrer Mutter in Cleveland und starb dort am 23.1.1972 im Hospital an
einem diabetischem Koma. Ihre letzten Worte sollen gewesen sein : „Thank
God“. Big Maybelle war eine der tragischen
Sängerinnen, eine der größten Blues-Shouterinnen aller Zeiten. In den
50er Jahren war sie unbestritten die Nr. 1 der R&B-Sängerinnen. Sie
verfügte über eine ungeheuer kraftvolle Stimme, die parallel zu ihrem
Körpervolumen stand. Ihre Interpretationen der Stücke
waren stets von höchstem Gefühlseinsatz , passend zu den jeweiligen
Texten, geprägt. Sie wurde verglichen mit so
unterschiedlicen Größen wie Bessie Smith, Big Mama Thornton, Etta James,
Billie Holiday, Dinah
Washington. Darüber hinaus verfügte sie noch über ein sehr tiefes
Stimmregister. Hier sieht man, wie vielseitig die verschiedenen
Stimmungen waren, die sie in ihre Lieder einbringen konnte.
Wer sich CDs zulegen möchte, sollte sich grundsätzlich einmal mit den
hervorragenden OKEH - Aufnahmen eindecken, derzeit komplett erhältlich
als „The complete OKeh Sessions 1952-55“, oder aber auch als Ergänzung
die SAVOY - Aufnahmen zulegen, erhältlich u.a. als „Blues, Candy & Big
Maybelle“, erhältlich auch unter dem Titel „Candy“ (jeweils 28 Stücke)
Wolfgang
Quellen: www.oldies.com (Biografie)
Peter Guralnick, liner notes „Big Maybelle - The OKEH Sessions“
Dan Nooger, liner notes „Blues, Candy & Big Maybelle
www.allmusic.com(AMG)
www.gavagai.de(zu The Complete OKeh Sessions)
http://bluesland.net
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