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Wir haben diese wunderbaren Aufnahmen Buddy Guy zu verdanken, als dieser
dem Betreiber des Plattenlabels ARHOOLIE, Chris Strachwitz, vorschlug,
doch Aufnahmen mit Earl Hooker zu machen.
Das Resultat dieser fruchtbaren Zusammenarbeit zeigte sich hier
erstmalig auf den 1968 eingespielten Aufnahmen. Im Gegensatz zu vielen
früheren Studioaufnahmen Hooker’s , die teilweise unter den beschränkten
Studiomöglichkeiten litten, konnte er sich hier nun voll entfalten, was
dazu führte, dass einige der besten Aufnahmen des Gitarristen
entstanden.
Unter den Chicagoer Gitarristen seiner Generation als „Superstar“
gehandelt, dem schwer das Wasser zu reichen war, blieb er doch relativ
unbekannt, und seine wenigen Plattenaufnahmen waren eben auch nicht
immer vom Feinsten. Hooker war mehr der typische Livekünstler, wo er
wohl all’ sein Können zeigen und seine „Trümpfe“ ausspielen konnte.
Original erschien diese LP mit 8 Stücken, wie folgt:
Two bugs and a roach
Wah Wah Blues
You don’t love me
Earl Hooker Blues
Anna Lee
Off the hook
Love ain’t a plaything
You don’t want me
Für die CD füllte man dann noch auf mit 2 Stücken aus den
ARHOOLIE-Sessions, aus 1968 und 1969, und fügte 4 frühe Stücke aus 1952
und 1953 hinzu.
The Hook
New Sweet Black Angel
I’m going down the line
Sweet black angel
Guitar Rag
Earl’s Boogie Woogie
“Two bugs and a roach” ist ein Zwiegespräch zwischen Hooker und Andrew “B.B.jr.”
Odom, wobei sich die beiden zur Musik über Hooker’s schlimme
TBC-Erkrankung unterhalten. Ein feines funkiges Stück.
Im „Wah Wah Blues“ zeigt Hooker, wie er mit neuer Technologie gekonnt
umgehen konnte, und mit verschiedenen Spielarten aufwartet. (vgl. hier
auch z.B. Hendrix auf seinem „All along the watchtower“, wo er auch
verschiedene Spielarten präsentiert, hat Hooker es hier gar abgeschaut?)
Das Wah-Wah – Pedal setzt er dann auch wieder auf dem „shuffelnden“ „You
don’t want me“ ein, und auf „Anna Lee" spielt er die Slide im besten
Robert Nighthawk-Stil , perfekt.
Neben dem „Wah Wah Blues“ ist „Off the hook“ ein weiteres
Instrumentalstück, wo Hooker sein Können demonstriert, dabei leicht
jazzig daherkommt.
Auf dem „Earl Hooker Blues“ zeigt er darüber hinaus, dass auch
Country-Einflüsse in seine Musik Einzug hielten.
Alles in allem also eine rundum gelungene und sehr abwechslungsreiche
Angelegenheit, die sich von Bluesalben anderer , bekannterer Künstler
wohltuend abhebt.
Die Besetzung besteht aus Hooker, der auch auf 3 Stücken(ausnahmsweise)
singt,
Freddie Roulette an der steel guitar (grundsätzlich sehr ungewöhnlich im
Blues), Joe Willie Perkins am Piano, Geno Skaggs am Bass und abwechselnd
Levi Warren oder „Williams“ am Schlagzeug.
Hinzu kommen dann noch Louis Myers und Carey Bell an der Harp und Bell
und Andrew „B.B.jr.“Odom mit ihrem Gesang.
Die übrigen Stücke zeigen einen Vergleich , wie Hooker sich entwickelt
hat, und wie leicht und locker er mittlerweile doch mit dem Griffbrett
umging und dabei ein hohes Maß an Sensibilität aufwies, wie ich es so
sehr schätze.
Bei den frühen Stücken ist auch schon Pinetop Perkins dabei und Willie
Nix bedient die Drums.
Bei „Sweet Black Angel“ zeigt Hooker auch wieder einmal deutlich , wie
sehr er von Robert Nighthawk beeinflusst wurde. „I’m going down the line“
und „Earl’s Boogie Woogie“ sind rockende Zeugnisse seines früheren
Schaffens von hoher Qualität.
Eine wichtige Veröffentlichung des Chicago – Blues!
Wolfhook
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