| Mitspieler: Ronnie Earl - guit., voc |
Trackliste: 1. Blues For J
2. Double Trouble
3. Feel Like Goin On
4. Abandoned
5. Walkin On The Sea
6. Black & White
7. Kay Me Dear
8. Maxwell, Mudcat And Per
9. My Buddy Buddy Friends
10. Walter Through Kim
11. #7
12. The Magic Of Sam
13. Bonus Track |
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Eine Ronnie Earl-CD aus 2004 - von einem der im Blues
sensibelsten weißen Gitarristen.
Nach schwerer Erkrankung - Diabetes, manischen Depressionen und
chronischem Ermüdungssyndrom - scheint Ronnie Earl sich jetzt
stabilisiert zu haben.
Hier seine 2. Veröffentlichung für das kanadische Stony Plain Label.
Von 12 Titeln auf der randvollen CD (77'13'') sind wieder 6 Vokaltitel
und das beschert dem Hörer dann auch gleich wieder mehr Abwechslung.
4 der Titel singt hier sein alter Freund Kim Wilson (plus harp), 1 x ist
es Greg Piccolo, der Freund aus Roomful of Blues-Tagen (plus Tenorsax).
Bei einem Stück sind es - wie schon auf der letzten CD, die Silver Leaf
Gospel Singers.
Sicherlich keine CD für Freunde des hart rockenden Blues, sondern hier
sind es die ruhigen, subtilen Töne , die faszinieren.
Sehr filigran und feinfühlig gehen die Musiker ans Werk, auch bei den
Chicagoblues-orientierten Nummern, wie dem sanft rockenden Instrumental
„Walter through Kim" mit dem tollen Wilson an der Harp, oder bei dem
unglaublich schönen „Double Trouble" von Otis Rush, das mich schon vor
Jahren in der Version von John Mayall mit Peter Green betörte.
Aber diese Fassung ist ein „Killer"! In 10 Minuten und 40 Sekunden hört
man Ronnie Earl eine dermaßen sensible Gitarre spielen, dass es einem
einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt.
In dieser Weise hat auch Stevie Ray Vaughan einige seiner fantastischen
Slow Blues geboten.
Hier aber geht Ronnie Earl noch weiter.
Es entsteht der Eindruck, dass er die Töne im tiefsten Innern sammelt,
sich entsprechend unglaublich zurücknimmt, seine Gitarre zart
streichelt, bevor ein abrupter Ausbruch alles nach außen schleudert.
Dabei wird er vom unglaublich gefühlvollen Wilson mit Vocals und Harp
unterstützt.
Das Super-Stück ohnegleichen! .
Weiterhin schleichen sich auf der CD wieder jazzorientierte Töne ein,
unterstützt durch die Hammond B-3, aber stets ihren bluesigen Charakter
wahrend.
Ein intensives Stück ist auch „Abandoned", eines der 7
Eigenkompositionen, das von einer eintönig-gleichförmigen, scharf -
scheidenden Gitarrenlinie geleitet wird, etwas an JLH erinnernd, um dann
von einem tollen explodierendem Solo unterbrochen zu werden.
Auch recht ungewöhnlich und sehr gut!
Beschlossen wird die CD von einer Widmung an einen der ganz Großen, an
Magic Sam, „The Magic of Sam".
Wie kaum ein anderer versteht es Ronnie Earl hier , den Zauber und den
Geist Magic Sams auferstehen zu lassen.
Ein tolles Album, bei dem man sich Zeit nehmen sollte, intensiv
zuzuhören - dann eröffnen sich dem Zuhörer sehr intensive, schöne
Momente bester Musik!
Auf dem „Hidden Track" 13 bedankt sich Ronnie Earl dann persönlich bei
seinen Zuhörern.
Wolfgang
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